Seit dem 1. Januar 2026 müssen Unternehmen, die mehr als 50 Tonnen CBAM-Waren pro Jahr in die EU einführen, für die eingebetteten Emissionen CBAM-Zertifikate abgeben. Als Importeur tragen Sie diese Kosten direkt. Ohne verifizierte Daten Ihres Lieferanten gilt der Standardwert des Herkunftslands, einschließlich Aufschlag. Die Tabelle zeigt die geschätzten Kosten pro Tonne für Rohaluminium.
Rohaluminium (KN 7601): geschätzte CBAM-Kosten pro Tonne
| Herkunftsland | Standardwert (tCO₂e/t) | 2026 | 2030 | 2034 |
|---|---|---|---|---|
| China | 3,000 | 157 € | 261 € | 321 € |
| Indien | 1,870 | 55 € | 140 € | 200 € |
| VAE | 1,870 | 55 € | 140 € | 200 € |
| Bahrain | 1,870 | 55 € | 140 € | 200 € |
| Mosambik | 3,198 | 175 € | 282 € | 342 € |
| Türkei | 1,700 | 40 € | 122 € | 182 € |
| Südafrika | 2,358 | 99 € | 192 € | 252 € |
| Andere Länder | 2,203 | 85 € | 175 € | 236 € |
Geschätzte Werte. Standardwert einschließlich Aufschlag (2026: 10 %, 2027: 20 %, ab 2028: 30 %) und nach Abzug der kostenlosen Zuteilung, bei einem angenommenen Zertifikatspreis von 82,32 € pro Tonne CO₂e. Standardwerte: Durchführungsverordnung (EU) 2025/2621 in der Fassung der Berichtigung (EU) 2026/1740; Benchmarks: Durchführungsverordnung (EU) 2025/2620.
Standardwerte nach Ware und Herkunftsland (tCO₂e pro Tonne, ohne Aufschlag)
| KN-Code | Ware | China | Indien | VAE | Bahrain | Mosambik | Türkei | Südafrika | Andere Länder |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 7601 | Rohaluminium | 3,00 | 1,87 | 1,87 | 1,87 | 3,20 | 1,70 | 2,36 | 2,20 |
| 7604 10 90 | Profile | 4,88 | 3,44 | 2,22 | 2,22 | 4,16 | 3,74 | 2,23 | 3,25 |
| 7604 21 00 | Hohlprofile | 4,88 | 3,44 | 2,22 | 2,22 | 4,16 | 3,74 | 2,23 | 3,25 |
| 7605 | Draht | 4,88 | 2,59 | 2,20 | 2,20 | 4,12 | 3,42 | 2,21 | 3,18 |
| 7606 | Bleche und Bänder | 4,12 | 4,13 | 2,66 | 2,66 | 4,99 | 2,71 | 2,67 | 3,72 |
| 7607 | Folien | 5,56 | 4,13 | 2,66 | 2,66 | 4,99 | 3,07 | 2,67 | 3,89 |
| 7608 | Rohre | 4,90 | 3,44 | 2,22 | 2,22 | 4,16 | 2,75 | 2,23 | 3,22 |
| 7610 10 00 | Türen und Fenster mit Rahmen | 4,90 | 3,44 | 2,22 | 2,22 | 4,16 | 2,67 | 2,23 | 3,21 |
"Andere Länder" gilt für jedes Herkunftsland ohne eigenen Wert. Der Rechner zeigt alle KN-Codes und Länder.
Sekundäraluminium: Der Standardwert kostet Sie zu viel
Der Standardwert für Profile (KN 7604 10 90) aus der Türkei beruht auf Primäraluminium: 3,74 tCO₂e pro Tonne. Sekundäraluminium aus Schrott hat meist deutlich geringere direkte Emissionen. Legt Ihr Lieferant zum Beispiel verifizierte 0,7 tCO₂e pro Tonne vor, sinken Ihre geschätzten CBAM-Kosten 2030 von 337 € auf 51 € pro Tonne.
Beispielwert. Rechnen Sie mit den Daten Ihres Lieferanten im CBAM-Rechner nach.
Das Herkunftsland bestimmt den Preis
Die Standardwerte unterscheiden sich je Land erheblich. Für Rohaluminium liegen die Werte für Mosambik und China rund 60 bis 70 % über denen für Indien, die VAE oder Bahrain. Wer Lieferanten vergleicht, sollte deshalb nicht nur den Einkaufspreis, sondern auch die CBAM-Kosten pro Tonne einrechnen. Bis 2034 entfällt die kostenlose Zuteilung vollständig, und der Unterschied wächst.
Strom wird gemeldet, aber nicht bepreist
Bei Aluminium werden nur die direkten Emissionen berechnet: Anodenverbrauch, Prozessemissionen und Brennstoffe. Die indirekten Emissionen aus dem Strom der Elektrolyse müssen Sie melden, kaufen dafür aber keine Zertifikate. Die grauen Emissionen der Vorprodukte zählen dagegen mit: Ein Profil trägt die Emissionen des Rohaluminiums, aus dem es gepresst wurde. Waren aus Norwegen, Island, Liechtenstein und der Schweiz fallen nicht unter CBAM.
Was 2027 auf Sie zukommt
Die erste CBAM-Erklärung für die Einfuhren 2026 ist bis zum 30. September 2027 fällig, zusammen mit der Abgabe der Zertifikate. Der Verkauf der Zertifikate beginnt am 1. Februar 2027. Für 2026 gilt der Quartalsdurchschnitt des EU-ETS-Preises im Einfuhrquartal. Ab 2027 müssen Sie am Ende jedes Quartals Zertifikate für mindestens 50 % der bis dahin eingeführten eingebetteten Emissionen halten.
Verifizierte Daten statt Standardwert
Tatsächliche Emissionen dürfen Sie nur ansetzen, wenn ein akkreditierter Prüfer sie verifiziert hat. Auch ein im Herkunftsland gezahlter CO₂-Preis lässt sich nur mit tatsächlichen Emissionen abziehen. Lieferanten mit verifizierten Daten senken Ihre Kosten also doppelt.
Was sollten Sie jetzt tun?
- Stellen Sie Ihre Einfuhren 2026 nach KN-Code und Herkunftsland zusammen und prüfen Sie, ob Sie die Schwelle von 50 Tonnen überschreiten.
- Sichern Sie Ihren Status als zugelassener CBAM-Anmelder, bevor Sie weiter einführen.
- Fordern Sie von Ihren Lieferanten verifizierte Emissionsdaten je Anlage und Ware an, mit klaren Fristen vor dem 30. September 2027.
- Ergänzen Sie Lieferverträge um Klauseln zu CBAM-Datenlieferung und Kostenteilung.
- Planen Sie das Budget für Zertifikate 2027 einschließlich der Quartalsvorhaltung von 50 % ein.